3. Thema: Liebe
oder: Annehmen und angenommen werden


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Halli hallo meine Lieben :-)
ich weiß zwar nicht genau warum ich für März das Thema Liebe ausgesucht habe,
aber gut. Wobei es Liebe nur teilweise trifft. „Annehmen und angenommen werden“ ist das eigentliche Thema. Das wäre aber zu lang ;-)
Ich hoffe der Text bringt euch was.
Noch zwei Sachen: 1. Danke, an alle, die mir nach dem letzten Text ehrlich Rückmeldung gegeben haben! Vielen dank
2. Ich würd mich auch dieses Mal wieder über Rückmeldung freuen und wenn es nur die Tatsache is, dass ihr den Text gelesen habt. Ich weiß ja nicht einmal wer von euch die Texte überhaupt liest…
Also wie letztes Mal auch: Gästebuch unter myblog.de/momoko4jc oder per eMail, icq, knuddels usw. Ich würd mich echt drüber freuen!

Liebe Grüße und viel Segen euch!
eure Momoko4jc
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1) Das verlorene Schaf

Ich denke ihr kennt fast alle die Geschichte vom verlorenen Schaf (Lukas 15, 1-7). Da geht es darum, dass ein Schaf verloren geht, der Besitzer sich Sorgen macht, das verlorene Schaf suchen geht und es dann schließlich wieder findet. Darüber freut er sich so sehr, dass er jedem, den er kennt gleich von seinem großen Glück erzählen muss.
Nun geht uns heute nur noch selten ein Schaf verloren, weil fast keiner mehr Schafe zu Hause hat, aber das, worum es eigentlich in dem Gleichnis geht, ist noch genauso aktuell wie die Nachrichten.




Übertragen heißt das Gleichnis – wie Jesus auch erklärt –, dass unser Vater im Himmel wie dieser Hirte ist, der sein Schaf sucht. Und dieses Schaf ist jeder einzelne von uns, auch du und ich. Und es hat viel mit Liebe zu tun, wenn man jemanden suchen geht, der verloren gegangen ist.

Für mich ist das so ähnlich wie wenn mein kleiner Bruder mal in einer großen Menschenmenge „verloren ging“ als er noch kleiner war. Ich habe ihn immer gern gesucht. Und ich denke es hat jeder von uns Leute, die er gerne suchen geht und denen er gerne hinterher rennt. Das mag Familie oder Freunde sein, ganz egal. Aber auf jeden Fall sind das immer Menschen, die wir lieb haben oder lieben.

Und genau das ist der Grund warum unser Vater im Himmel uns hinterher rennt, uns sucht wenn wir Gefahr laufen verloren zu gehen: weil er uns liebt. Und das sollten wir auf keinen Fall vergessen
Unser Vater im Himmel liebt uns, Jesus liebt uns
Ansonsten wäre Jesus auch nie für uns Menschen am Kreuz gestorben, wenn Gott uns nicht lieben würde. Im 1. Johannes-Brief steht das so:

Darin besteht die Liebe nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
(1. Johannes 4, 10)


Und im Johannes-Evangelium wird das so gesagt:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.
(Johannes 3, 16)




2) Jesus zeigt die Liebe Gottes

Dass Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, gilt als der ultimative Liebesdienst oder Liebesbeweis Aber um das zu verstehen, muss man sich selbst klar machen was das für einen persönlich bedeutet.
Bei mir war das zum Beispiel eine Sache, die mir lange Zeit nicht so wichtig war. Aber dann hab ich gelernt, dass ich auf Vergebung angewiesen bin. Und ich bin sehr, sehr dankbar, dass Gott mir vergibt. Aber das wurde ja erst durch Jesu Tod zu einer Zusage.

Durch den Tod von Jesus, der unsere Sünden auf sich genommen hat, haben wir die Gewissheit, dass wir unsere Sünden vergeben bekommen, wenn wir darum bitten.

Und das ist die tollste Zusage überhaupt, wenn man es an sich ranlässt und in Anspruch nimmt indem man sich einfach dafür öffnet –auch wenn das nicht immer einfach ist, ich weiß. Genauso toll ist die Zusage, dass wir geliebt werden vom Vater im Himmel. Und diese unendliche Liebe zeigt sich nicht nur im Sterben Jesu sondern auch in seinem Leben.
Eine von vielen Geschichten, wo Jesus die Menschen annimmt, ist die von Zachäus:

Und er [Jesus] ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner und war reich. Und er begehrte Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.
(Lukas 19, 1-6)


Das ist so typisch Jesus. Er kehrt bei Zachäus ein, einem Zöllner, also einem nicht sehr angesehenen Menschen, der den Leuten das Geld aus der Tasche zieht. Er sucht sich nicht einen fehlerlosen Menschen, nein, er kehrt bei einem Zöllner ein.
Das zeigt, finde ich, dass sich Jesus für niemanden zu gut ist, auch nicht für dich oder mich. Egal wie viel Geld wir haben, wie viele Fehler wir machen, Jesus kommt doch zu uns. Wohl nicht, indem er auf einmal vor der Tür steht, aber indem er uns einlädt mit ihm zu leben uns seine Nähe und Anwesenheit schenkt.
Und er kommt nicht nur auch zu den Armen, Kranken und Sündern, sondern vor allem zu ihnen. Und das verstehen die Leute heute nicht und sie haben es auch damals bei Zachäus nicht verstanden, denn so geht die Geschichte weiter:

Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.
(Lukas 19, 7+8)


Das ist doch toll! Jesus hat Zachäus angenommen und Zachäus freut sich darüber so sehr, dass er sogleich seine Sünden wieder gut machen will und die Hälfte seines Besitzes den Armen gibt. Wenn ich mir überlege die Hälfte von meinem Besitz wegzugeben, dann bewundere ich Zachäus für diese Entscheidung! Mir würde das sehr schwer fallen und vermutlich würde ich es nicht machen… das gebe ich ehrlich zu.
Aber ich denke Zachäus hätte unter normalen Umständen auch nicht die Hälfte seines Besitzes verschenkt. Aber das hier war kein normaler Umstand: Zachäus hat gerade Jesus kennen gelernt und vor allem dessen Liebe! Was muss Jesus in Zachäus verändert haben, dass er zu so einem Schritt bereit war, wie wertvoll muss es für diesen Zöllner sein, angenommen zu werden, wenn er doch sonst von allen abgelehnt wird.

Indem er so viel Geld verschenkt, lebt er auch in gewisser Weise das, was Jesus an einer Stelle im Johannesevangelium sagt:

Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe.
(Johannes 15, 12)




3) Wir sollen Menschen der Liebe sein

Wir sollen so lieben, wie Jesus uns liebt. Und das ist wie das oben erklärte Gleichnis vom verlorenen Schaf zeigt ganz schön viel. Ist dass denn überhaupt möglich?
Ich denke nicht, dass wir auch nur annähernd an das rankommen können wie Jesus uns liebt, aber darum geht es auch nicht. Wir sollen die Menschen überhaupt erst mal anfangen zu lieben, wir sollen die Menschen annehmen wie sie sind. Annehmen heißt aber nicht alles gut zu heißen was der andere macht, sondern nur ihn als Menschen zu akzeptieren und ihn nicht nachteilig zu behandeln.

Bei Freunden ist das bestimmt nicht schwierig, da man sich Freunde selbst aussucht und lieb hat.

Aber was ist mit der eigenen Familie?
Was ist mit den Klassenkameraden oder Kollegen?
Was ist mit persönlichen „Feinden“?
Was ist mit einem selbst?

Da ist es dann nicht mehr selbstverständlich und einfach einander anzunehmen. Es ist schon interessant, dass jeder sich freut, wenn er von anderen angenommen wird, sich aber selbst sehr schwer damit tut andere anzunehmen. Und genau deshalb ist Liebe so etwas Wichtiges – weil wir sie alle irgendwie brauchen und darauf angewiesen sind. Ein auch unter Nichtchristen bekannter Bibelvers lautet wie folgt:

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (1. Korinther 13, 13)

Dieser Vers stammt aus dem Hohelied der Liebe (1. Korinther 13). In diesem ganzen Kapitel geht es darum wie wichtig, duldsam und notwendig die Liebe ist.

Sie [die Liebe] trägt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. (1. Korinther 13, 7)



4) Ich nehme mich selbst an!

Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, sind die Situationen bzw. Menschen, wo uns das Lieben und Annehmen nicht so leicht fällt.

Wie wäre es denn wenn wir da zum Beispiel zuerst bei uns selbst anfangen.
Kommen wir mit uns selbst, unserem eigenen Charakter klar?
Können wir uns selbst annehmen so wie wir sind?
Warum haben wir manchmal an uns selbst viel höhere Ansprüche als an andere?
Warum können wir anderen Fehler verzeihen, aber uns selbst nicht?
Warum lieben wir andere dafür, dass sie ihre Schwächen zeigen, uns selbst hassen wir aber dafür?
Warum trösten wir andere, wenn was schief gegangen ist, uns selbst halten wir aber für einen Versager?

Auf wen das alles nicht zutrifft und noch nie zugetroffen hat – umso besser.
Aber ich denke es geht fast jedem einmal so, dass er es mit sich selbst kaum noch aushält. Wie oft das vorkommt, ist hier erst einmal nebensächlich. Das Wichtige ist, dass wir lernen sollten uns selbst anzunehmen. Vielleicht indem wir aufhören bei uns selbst mit einem anderen Maß zu messen als bei allen anderen, vielleicht indem wir uns bewusst dafür entscheiden uns selbst anzunehmen. Unseren Körper, unsere Art, unseren Charakter, einfach das, was wir sind J

Ich weiß, dass das in bestimmten Situationen nicht einfach ist, ich komm wie jeder andere Mensch auch manchmal an meine Grenzen und werfe alle Vorsätze über Board. Aber wichtig ist nicht, dass wir keine Fehler machen, sondern dass wir daraus lernen. Ich bin bis jetzt immer wieder aufgestanden und wünsche das auch jedem anderen. Man darf sich von Niederlagen nicht entmutigen lassen, Hauptsache man lässt das Ziel vor Augen – sich selbst ganz anzunehmen – nicht los!



5) Die Menschen lieben
oder: Nächstenliebe


Das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, ist auch dann wichtig wenn es darum geht andere anzunehmen. Es ist viel einfach Menschen zu verurteilen. Die Menschen zu lieben und anzunehmen hingegen ist um einiges schwieriger. Aber trotzdem ruft Jesus uns zur Nächsten- und sogar Feindesliebe auf:

Ihr habt gehört, dass gesagt ist:„Du sollst deinen Nächsten lieben“ (3.Mose 19, 18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.
(Matthäus 5, 43-45)


oder anders gesagt:

Weitersagen, weitertragen, Jesus lädt uns ein. Weitergeben, weiterleben, wir sollen Menschen der Liebe sein. (Roland Werner)

Ich habe gemerkt, dass (Nächsten-)Liebe viel mit wollen oder nicht wollen, mit sich Mühe geben oder sich keine Mühe geben zu tun hat. Aber wenn wir wissen, dass wir ein Schafchen Gottes sind (wie in dem Gleichnis am Anfang), wissen wir dass wir geliebt werden und so wird das Liebe weitergeben auch um einiges einfacher.

Wir müssen das nicht alles allein schaffen. Wir müssen es nicht alleine schaffen uns selbst anzunehmen und andere zu lieben. Unser Vater im Himmel lässt uns da nicht allein, er hilft uns bei diesem großen Vorhaben. Aber: wir müssen ihm vertrauen bzw. uns ihm anvertrauen und uns vom unserem uns liebenden Vater im Himmel führen lassen. Er passt schon auf uns auf – genauso wie ein Schäfer auf seine Schafe. Er freut sich darüber wenn es uns gut geht und er ist immer an unserer Seite. Das heißt zwar nicht, dass es keine Arbeit ist Menschen anzunehmen und sich selbst anzunehmen, aber das heißt, dass wir Unterstützung und eine Stütze haben.



6) Zu guter letzt…

Zum Schluss möchte ich euch erst noch einmal die wichtigsten Punkte zusammenfassen.
1. Der Vater im Himmel liebt seine Schäfchen, also uns, also auch dich und mich!
2. Durch Jesus zeigt Gott, dass er jeden Menschen annimmt und keine „nicht gut genug“ ist!
3. Wir sollen Menschen der Liebe sein, die diese Liebe an andere Menschen weitergeben!
4. Wir sollten lernen uns selbst und andere anzunehmen!
5. Wir sind dabei nicht allein, unser Vater im Himmel, hilft und stützt uns!
6. Bei allem sollten wir nicht vergessen, dass Gott uns zuerst geliebt hat! J
7. Nobody is perfect, aber das heißt nicht, dass es sinnlos ist anzufangen die Menschen anzunehmen und zu lieben!!

Und wie gewohnt noch eine Bitte und eine Zitat…

- die Bitte: Versucht selbst Menschen der Liebe zu sein, mich hat der versuch ganz schön verändert. J Und denkt dran: Man erntet was man sät. Wer Liebe sät, wird Liebe ernten.
- das Zitat: Einen Menschen zu lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat. (Fjordor Michaljowitsch)


Nun ganz zum Ende noch viel Segen euch,
eure Momoko4jc

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Hauptbibelstelle: Das verlorene Schaf (Lk.15,1-9), Zachäus (Lk.19,1-8)
Übersetzungen: Einheitsübersetzung, Luther
Text: für März auf myblog.de/momoko4jc
Geschrieben: von Christin Rockenbach am 17.03.2006
On gestellt: 18.03.2006
Verschickt: 18.06.2006
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