1. Thema: Gebet


1) Das Gebet

Das Gebet ist ja für Christen mehr oder weniger alltäglich.
Vor allem dann, wenn es einem schlecht geht, denkt man daran zu beten.
Aber so ist das Gebet, das Gespräch mit unserem Vater im Himmel gar nicht gemeint. Er will, dass wir in jeder Situation zu ihm kommen. Egal ob wir traurig, verzweifelt, fröhlich, glücklich oder zufrieden sind.

Wer von euch schweres zu ertragen hat, soll beten. Wer von euch glücklich ist, soll Loblieder singen. Wer von euch krank ist, soll die Ältesten der Gemeinde rufen, damit sie für ihn beten.
Jakobus 5, 13+14


Wir sollen nicht gezwungenermaßen beten oder „weils dazu gehört“, sondern weil wir mit unserem Vater im Himmel reden wollen. Und das hat einen Grund: weil wir ihn lieb haben oder sogar lieben. Und das ist auch gut so! Paulus sagt das in Römer 8, 28:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen […].

Aber egal ob und wie sehr wir ihn lieben – er liebt uns viel mehr als jeder andere. Und deshalb will er auch, dass wir mit unseren Sorgen und Problemen, aber auch mit unserer Freude zu ihm kommen. Und das ist er uns ganz nahe:

Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen. Psalm 145, 18

Da Gott unser Vater ist, ist es auch ganz normal, dass er will, dass wir mit unseren Sorgen und Problem zu ihm kommen. Väter lieben ihre Kinder im Normalfall ja auch und freuen sich, wenn sie mit ihren Problemen und ihrer Freude zu ihnen kommen.



2) „Beten bringt was“

Was aber das Reden mit unserem uns liebenden Vater im Himmel zu einem besonderen Reden macht ist, dass er darauf reagiert. Sprich: beten bringt etwas.

Das inständige Gebet eines Menschen, der so lebt wie Gott es verlangt, kann viel bewirken.
Jakobus 5, 16


Das können so „simple“ Sachen wie dass er uns Kraft schenkt, uns tröstet, uns einfach nahe ist mit seinem heiligen Geist sein. Der heilige Geist wird ja schließlich von Jesus selbst Tröster genannt:

Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.
Johannes 16, 7


Andererseits können das aber auch ganz konkrete Sache wie z.B. Heilung sein:

Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken heilen.[…]Bekennt denn einander die Vergehungen und betet füreinander, dass ihr geheilt werdet […].
Jakobus 5, 15+16


Gott kann aber auch sein Wort direkt oder indirekt an uns richten, uns Lösungswege zeigen oder sagen, auf die wir von selbst nie gekommen wären. Andererseits uns aber auch warnen, uns Entscheidungen erleichtern usw. So ging es mir zum Beispiel als ich zum PrayDay (Gebetstag der Schulen von der SMD) eine geeignete Bibelstelle suchte um darüber zu reden. Ich hab öfters mal geguckt gehabt, nix gefunden und dann hab ich gebetet. Und was hatte ich 5 Minuten später gefunden? Richtig – die passende Bibelstelle! Manchmal ist unser Papa im Himmel schon genial, bzw. eigentlich immer…

Was aber vielleicht noch das genialste und am schwersten verständliche ist, ist dass unser Vater im Himmel auch mit ganz konkreten Ereignissen auf unsere Gebete antwortet. Das passierte zum Beispiel Elia:

Elia war auch nur ein Mensch wie wir. Er flehte zu Gott es nicht regnen zu lassen, da fiel dreieinhalb Jahre kein Tropfen auf das Land. Dann betete er nochmals; da schenkte der Himmel Regen, und die Erde brachte wieder Früchte hervor.
Jakobus 5, 17+18


Elia betete und der Regen blieb aus, er hat durch ein simples Gebet sehr viel verändert. Und das war nicht nur zu Elias Zeiten so. Es trifft heute immer noch zu. Da beten einige junge Christen vor einem Gottesdienst, der im Freien stattfinden soll, dass es aufhören soll zu regnen und es hört genau zum Gottesdienst auf und fängt direkt danach wieder an. Oder es betet jemand gegen die Schmerzen eines anderen und es geht ihm danach besser oder sogar vollkommen gut. Und ich denke ihr wisst selbst genug Beispiele dafür, wann und wie Gott ganz konkret handelt.

Ein anderer wichtiger Aspekt des Gebets ist, dass wir durch Gebet, dadurch, dass wir um Vergebung bitten, diese auch bekommen. Egal was wir anstellen. Die Vergebung von unserem Vater im Himmel wird zwar niemandem verwährt, aber wir bekommen sie auch nicht hinterher geworfen. Wir müssen sehr wohl einsehen, dass wir etwas falsch gemacht haben und Gott im Gebet um Vergebung bitten.

Wer von euch krank ist, soll die Ältesten der Gemeinde rufen, damit sie für ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Ihr vertrauensvolles Gebet wird den Kranken retten. Der Herr wird die betreffende Person wieder aufrichten und ihr vergeben, wenn sie Schuld auf dich geladen hat.
Jakobus 5, 14+15


Beten bringt bzw. bewirkt also…
- Kraft, Trost usw.
- Heilung
- eine direkt oder indirekte Antwort von Gott
- bestimmte Ereignisse
- Vergebung

und vieles andere, an das man so auf Anhieb vielleicht nicht unbedingt denkt.
Gebete können Personen, Beziehungen und Situationen verändern.
So zum Beispiel die von Petrus in Gefangenschaft:

So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und in der Nacht, als ihn Herodes vorführen lassen wollte, schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, und die Wachen vor der Tür bewachten das Gefängnis. Und siehe der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtet auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir! Und er ging hinaus und folgte ihm […].
Apostelgeschichte 12, 5-10




3) Gott im Gebet danken und loben!

Aber das Beten hat ja auch noch andere Aspekte.
So kann man Gott ja nicht nur um etwas bitten, sondern ihm auch einfach mal danken für das, was er macht. Nicht nur um Hilfe bitten und diese empfangen, sondern auch danke sagen!
Ich bin davon überzeugt, dass unser Vater im Himmel sich – wie wir Menschen auch – über jedes „danke“ freut.
Also warum nicht auch mal danke sagen?
Ob nach einer Klassen-/Kursarbeit, einem schwierigen Gespräch, einer anspruchsvollen Aufgabe im Job oder, oder, oder… Ganz egal.

Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Regen,
du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet,
dass ich lobsinge und nicht still werde.
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.
Psalm 30, 12+13


Und so wie David hier ganz ausführlich, fröhlich und deutlich danke sagt, sollen auch wir danke sagen. Und noch was: Es gibt immer einen Grund danke zu sagen. Egal wie es einem geht. Wir können Gott zum Beispiel danken, dass er uns liebt, bei uns ist und uns nie alleine lässt. Und wenn ein Gebet mal „nicht ausreicht“, sind Lobpreislieder auch ne tolle Sache ;-)

Eine ganz tolle Stelle finde ich, ist dazu Apostelgeschichte 16, 23-25…
Nachdem man sie (Paulus und Silas) hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Aufseher, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sei in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. […]

Obwohl es Paulus und Silas ganz bestimmt nicht gut geht, loben sie Gott. Sie beschweren sich nicht bei ihm, motzen nicht rum, nein, sie LOBEN ihn. Und ich persönlich finde das einfach fantastisch! Sie vertrauen einfach darauf, dass ihr Vater im Himmel ihnen hilft.
Und wie Vers 26 zeigt, hat Gott die beiden nicht enttäuscht:

Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und gleich öffneten sich alle Türen und von allen fielen die Fesseln ab.
Apostelgeschichte 16, 26



Aber was ist eigentlich, wenn das mit dem Beten nicht einfach geht? Wenn wir keine Motivation zum Beten haben? Wenn wir nicht wissen was und wie wir (wirkungsvoll) beten können? Selbst dafür hat Gott eine Lösung (schon genial unser Vater im HimmelJ).
Und diese Lösung heißt Heiliger Geist. Wenn das Beten mal nicht so einfach ist, hilft er uns:

Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, der weiß worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt.
Römer 8, 26+27


Die einzige Bedingung ist, dass wir den Heiligen Geist auch zulassen müssen, ihm vertrauen müssen.



4) Gemeinsames Beten

Wiederum ein anderer Aspekt ist das gemeinsame Gebet mit Schwestern und Brüder im Schülerbibelkreis (SBK), im Teenkreis, mit anderen Christen übers Internet oder einfach mit Freunden, die Christen sind. In Jakobus 5, 16 wird sogar gesagt, dass das füreinander beten, was auch ein gemeinsames Gebet sein kann, viel bringt – hier speziell Heilung.

Überhaupt sollt ihr einander eure Verfehlungen bekennen und füreinander beten, damit ihr geheilt werdet.
Jakobus 5, 16


Davon abgesehen ist es eine schöne Sache gemeinsam zu beten. Und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Ich finde, dass in einer Freundschaft oder Beziehung zweier Christen das gemeinsame Gebet nicht fehlen sollte. Das zeigt doch wo die Prioritäten der beiden liegen und was sie gemeinsam haben: Jesus! Genauso wie Freunde andere Gemeinsamkeiten und Dinge, die ihnen gut tun, teilen, so sollten sie auch das Gebet „miteinander teilen“.
Das ist Paulus bei seinem Abschied aus Ephesus scheinbar auch wichtig…

Und als er das gesagt hatte, kniete er nieder und betet mit ihnen allen.
Apostelgeschichte 20, 36


Außerdem ist das regelmäßige gemeinsame Beten auch immer eine Erinnerung. Dadurch driftet man nicht so leicht von Jesus ab, hält die Beziehung zu ihm instand und hat Gemeinschaft mir ihm. Wenn man immer nur alleine betet, kann es passieren, dass man das Beten mal vergisst, dann noch mal, dann immer wieder und so das Beten ganz aus den Augen verliert, was nicht nur schade, sondern SCHLECHT ist!

Denn das könnte auch unsere Beziehung zu Jesus, unser ganzes Christ sein, kosten. Und das darf nicht passieren!! Wir sind nirgends besser aufgehoben als bei Jesus!
Deshalb: Das Beten ernst nehmen, ruhig mal öfters mir unserem Vater im Himmel reden.
Ihn bitten, ihm danken, ihm erzählen, ihn loben, ihn anbeten, einfach Beziehung mit ihm haben.



5) Zu guter letzt…

Nach dieser abschließenden Warnung, zu guter letzt noch eine Bitte und eine Bibelstelle, die ich euch mir auf den Weg geben möchte:

- die Bitte: Bleibt am Gebet dran, sorgt dafür, dass es euch wichtig wird und lernt was beten heißt und wie intensiv das sein kann. Es kann nur gut tun. Außerdem bitte ich euch das Gebet auch zu nutzen: betet für Freunde (auch für Nichtchristen), für die Familie, für die Schule bzw. den Job und auch für euch selbst. Auch über Gebet für alle, denen ich das hier schicke würde ich mich riesig freuen :-)
- die Bibelstelle: Überhaupt sollt ihr einander eure Verfehlungen bekennen und füreinander beten, damit ihr geheilt werdet. Das inständige Gebet eines Menschen, der so lebt wie Gott es verlangt, kann viel bewirken. (Jakobus 5, 16)


Die, die in meinem SBK sind, kennen die Bibelstelle und das Thema zwar schon, aber ich hoffe es bringt euch trotzdem was. Das hier ist ja um einiges ausführlicher :-)


Danke fürs Lesen und bitte zieht euch Konsequenzen daraus, denn:
Wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot. (Jakobus 2, 26)


Zum Ende noch liebe Grüße und viel Segen euch!
eure Momoko4jc

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Hauptbibelstelle: Jakobus 5, 13-18
Übersetzungen: Gute Nachricht, Luther, Elberfelder
Text am: PrayDay, 15.11.05 im SBK und Text für Januar auf myblog.de/momoko4jc
Geschrieben: von Christin Rockenbach am 15.01.2006
On gestellt: 20.01.2006
Verschickt: 20.01.2006
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