11. Thema: gerettet

1) Retten?



Wenn mir jemand sagt, ich gerettet sein muss, klingt das für mich immer noch komisch. Wovor denn? Weder bin ich gerade auf einem Schiff, was untergehen will noch will mir jemand eine Falle stellen – soweit ich wüsste.
Nein, nein, meint dann der andere. Das trifft ja auf mich auch nicht zu.
Und trotzdem. Wenn mir das jemand sagt hat er Recht, denn ich muss wirklich gerettet sein, du musst gerettet sein. Auf die Frage vor was mag ich nur später kurz eingehen, viel wichtiger finde ich erst mal wie das gehen soll und wer das machen soll, ich scheine das ja nicht alleine zu können, genauso wenig wie ich mich selbst retten kann wenn das Schiff, auf dem ich bin, untergeht.
Dann kann ich nur Glauben haben, hoffen und beten, dass jemand kommt, der mir hilft.
Und genau das haben auch schon lange Menschen gemacht, vermutlich schon immer.
Bis dann Jesus kam.



2) Jesus?

Ja genau. Jesus. Jesus Christus.
Dieser Mensch, der viel in seinem Leben getan hat, der Wunder vollbracht hat, sich mit den Machthabenden angelegt hat und dann letztendlich am Kreuz gestorben ist. Denn das besondere an diesem Menschen war, dass er Gottes Sohn war und immer noch ist und als dieser hat er unsere Sünden auf sich genommen und ist für uns am Kreuz gestorben. Wenn ich mir so überlege, dass er am Kreuz folgendes geschrien hat, glaube ich waren das ganz schön viele Sünden...

Und in der sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde; und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme:
Eloí, Eloí, lemá sabachtháni?
was übersetzt ist:
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
(Markus 15, 33+34)


Jesus muss sich ganz schön schlecht gefühlt haben und bestimmt auch alles andere als gerettet oder errettet wie auch viele sagen. Und doch hat genau die Stelle und das, was danach kommt was damit zu tun, dass wir gerettet sind. Wenn hier Schluss gewesen wäre, wäre ich vielleicht heute Jüdin, aber bestimmt kein Christ. Aber es war noch lange kein Schluss, Jesus ist auferstanden.
Hier kommen jetzt natürlich die Naturwissenschaftler und sagen, dass das gar nicht geht und viele Theologen gehen ihnen dann ein Stück entgegen, in dem sie meinen er wäre nur in den Köpfen seiner Jünger „wiederauferstanden“ und nie vergessen worden. Aber ich persönlich glaube, dass er wirklich auch körperlich auferstanden ist, dass er mit den Jüngern unterwegs war und später mit ihnen zusammen gegessen hat. Das waren die so genannten Emmaus-Jünger, weil sie auf dem Weg nach Emmaus waren (Lukas 24, 13-35).
Und Thomas, der nicht glauben konnte, dass Jesus wirklich wieder da ist, durfte ihn sogar anfasse, sozusagen als „Beweis“:

Thomas sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege und lege meine Hand in seine Seite, so werde ich nicht glauben.

8 Tage später kam Jesus dann und tat Thomas seinen Gefallen, obwohl er auch einfach hätte sagen können „Glaub mir doch einfach, ich hab doch gesagt, ich komme wieder.“!

Da spricht Jesus zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
(Johannes 20, 25 + 27-28)


Thomas finde ich immer ein beruhigendes Beispiel, wenn ich Gott nicht alles gleich glauben kann, denn Jesus macht Thomas keinen Vorwurf. Ganz im Gegenteil: Er kommt auf ihn zu und will ihm helfen zu glauben und das allein überwältigt Thomas schon.

Aber darum soll es ja eigentlich gar nicht gehen, sondern viel mehr darum, was das damit zu tun hat, dass wir gerettet sind bzw. gerettet sein sollten. Der Zusammenhang ist eigentlich ganz einfach: Wenn Jesus nicht für uns gestorben wäre, könnten wir uns jetzt abmühen so viel wir wollten und könnten nicht so einfach in den Himmel kommen. Denn genau das heißt gerettet sein: Ich stehe im Buch des Lebens und lande wenn ich gestorben bin im Himmel, nämlich bei Gott, ganz in seiner Nähe und das finde ich schon ziemlich toll.
Aber was muss ich dann machen um gerettet zu werden?
Hat Jesus nicht schon alles gemacht?



3) Mein persönlicher Anteil an dieser Sache – meine Entscheidung

Stimmt, eigentlich hat Jesus schon alles gemacht, aber trotzdem fehlt noch etwas wesentliches und zwar das „ja“ von jedem persönlich. Er streckt dir sozusagen die Hand hin während du an einem Abhang hängst. Aber zwingen die Hand zu nehmen kann er dich nicht bzw. er will es nicht, weil er möchte, dass du das selbst entscheidest, ob du seine Hilfe möchtest oder nicht.
Jesus fragt dich sozusagen ob du mit ihm gehen magst oder nicht ;-)

Die Schwierigkeit an der Sache ist nur, dass der Jesus, der dich da fragt nicht sichtbar ist und du ihn vielleicht noch gar nicht so gut kennst wenn er dich fragt ob du nicht „ja“ sagen willst. Das zweite Problem lässt sich da noch recht einfach lösen durch Bibel lesen und einfach indem man sich auf Jesus einlässt, aber beweisbar oder sichtbar wird Gott bzw. Jesus wohl nicht werden. Für viele ist das ein Grund nie „ja“ zu sagen, aber andererseits:
Was hast du zu verlieren?
Eigentlich nicht außer vielleicht deinem eigenen falschen Stolz, dass du eh alles alleine schaffst und niemanden brauchst.
Wenn du aber dich auf Jesus einlässt, hast du einiges zu gewinnen. Du siehst wie es ist mit Ihm zusammen zu leben, du bist auf einmal aufgenommen in eine Familie und nicht mehr alleine. Und du hast einen neuen Papa: Gott. Was genau du bekommst, lässt sich so eigentlich gar nicht alles zusammenfassen, weil das bei jedem anders ist und du manches direkt, anderes nach Jahren bekommst. Aber was sich noch mit Bestimmtheit sagen lässt, ist, dass du durch diese grundsätzliche Entscheidung Himmelbürger geworden bist oder wie es in den Briefen im Neuen Testament steht:

Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel! (Philipper 3, 20a)

Aber das ist eigentlich alles nur das „Startkapital“, was man mitbekommt, denn wenn ich mich entscheide mein Leben mit Jesus zu Leben, Christ zu sein, hat das auch noch andere Konsequenzen.



4) Und so geht’s dann weiter

Die bekannteste Konsequenz – und wohl auch gefürchtetste – sind die Regeln: „Das darfst du nicht mehr wenn du Christ bist und das eh nicht. Das ist Sünde!“. Tja... klar hat man als Christ Regeln, die Nichtchristen nicht unbedingt haben, weil sie sich nicht nach der Bibel richten, aber ich mag es mal von einer anderen Seite betrachten:

Stell dir vor du bist mit jemandem sehr gut befreundet und du weißt genau, dass es demjenigen weh tut wenn du ihn anlügst oder ihm etwas klaust. Willst du ihm das dann antun? Willst du ihn anlügen? Ich denke mal im Normalfall nein, denn dein Freund ist die mehr wert als eine Lüge und weh tun möchtest du ihm auch nicht.
Komisch, dass das da gar kein Problem ist wenn es Regeln gibt. Die schränken einen ja auch ein, aber irgendwo denke ich ist einem die Freundschaft diese Einschränkung wert.

Und genau so ist es auch mit Gott. Mich bringt es viel mehr wenn ich mir vorstelle, dass es Ihm weh tut wenn ich Mist mache als wenn ich mir vorstelle, dass er mich dann verurteilt. Denn ich mag ihn nicht enttäuschen, genauso wenig wie ich Freunde enttäuschen will. Das ist es einfach nicht wert. Und wenn man so denkt und sich das bewusst macht, wird es auf einmal viel einfacher sich als gewisse Regeln zu halten und sie nicht einfach nur als unnütze Grenzen meiner Freiheit zu sehen.
Davon abgesehen: Was bringt dich deine Freiheit wenn du alleine bist? Denn nur dann hast du wirkliche Freiheit. Wenn du auch nur einen Menschen lieb hast, wirst du dich automatisch einschränken, dich zu einem gewissen gesunden Maße von ihm abhängig machen.
Und wenn wir uns so einfach von Menschen bestimmen lassen können, dann können wir uns von Gott, bei dem wir sicher sein können, dass er gut meint uns doch alle Male bestimmen lassen.

Was meinst du?

Niemand muss perfekt sein, es geht nicht darum sich immer an alle Regeln zu halten. Genauso wir Freunde sich streiten und enttäuschen, wirst du dich wohl auch immer mal wieder mit Gott streiten und ihn enttäuschen. Aber irgendwo ist das ja auch menschlich und wenn wir perfekt wären, müssten wir uns keine Mühe mehr geben.
Mühe geben ist übrigens was anderes als sich unter Druck setzen.



5) Zu guter letzt...

Jetzt am Ende noch etwas persönliches von mir.
Ich hoffe du kannst „ja“ zu Jesus sagen und traust dich dich auf ein Leben mit ihm einzulassen. Du musst nicht viel wissen, du musst dich nur trauen und verlieren kannst du nichts – ganz im Gegenteil. Ja, es kommen dann Regeln auf einen zu, aber das ist alles zu machen, Gott ist ja kein Unmensch, der uns überfordern will, er will nur, dass auch das machen, was wir können.

Trau dich „ja“ zu sagen

Und für die, die schon Christen sind: Traut euch, euer „ja“ zu Jesus zu zeigen und zu leben. Es gibt oft genug Zeiten, wo man nicht denkt, dass Gott sich überhaupt irgendwie um einen kümmert, aber das tut er. Auch jetzt, auch um dich. Du bist gerettet und damit bleibt dir das schlimmste, die ewige Trennung von Gott, die Hölle, schon mal erspart.
Und für alles dazwischen bietet die Bibel viel interessantes und ermutigendes:



Die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft,
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
dass sie laufen und nicht müde werden.
(Jesaja 40, 31)



Liebe Grüße und den Segen vom Vater im Himmel wünscht euch,
eure Christin

----------------------------
Hauptbibelstelle: Lukas 15, Johannes 20
Übersetzungen: Luther, Elberfelder
Text auf myblog.de/momoko4jc
Geschrieben: von Christin Rockenbach am 27.11.2007
On gestellt: 27.11.2007
Verschickt: 27.11.2007
Werbung