7. Thema: Fluchtversuche

1) Jona haut ab


Ausnahmsweise fange ich mal ganz anders an als sonst. Und zwar mit einem Lied aus einem Kindermusical über den Propheten Jona.
Der wollte nämlich erst mal gar nit auf Gott hören und lieber vor ihm abhauen…

Fluchtversuche

Fluchtversuche, Ungehorsam
Gottes Herz wird oft betrübt
Widerspenstig, frech und trotzig:
Weißt du, dass Gott das gar nicht liebt?

Eigne Wege, besser wissen
Gottes Geist wird oft betrübt
Nur auf sich selbst zu verlassen:
Weißt du, dass Gott das gar nicht liebt?

Ob Jona wusste, dass Gott das gar nicht liebt? Wenn dann war es ihm egal. Als Gott zu ihm sagte er soll nach Ninive gehen um der Stadt ihren Untergang zu prophezeien, wollte er einfach fliehen. Er machte sich ab auf ein Boot und wollte abhauen – vor Gott und dem was der mit ihm vorhatte.

Und das finde ich persönlich auch nur nachvollziehbar. Wenn Gott zu mir sagen würde „Geh nach Köln und sag den Leuten da, dass sie sich ändern sollen oder ich wird die Stadt zerstören.“ naja… ich glaube ich wäre auch nicht begeistert und würde genauso versuchen abzuhauen. Ich weiß, dass ich oft Sachen nicht mache, obwohl ich genau weiß, dass Gott sie von mir erwartet.

Das kann jetzt sein, dass ich mich entschuldigen soll, dass ich bei manchen Gesprächen über „Gott und die Welt“ von ihm erzählen soll oder oder oder…
Und ich glaub es gibt bei jedem Christen so Sachen, wo er lieber fliehen will anstatt dem Vater im Himmel zu vertrauen und den Weg zu gehen, den er für uns bereitet hat.

Und genau so ging es auch Jona. Er hatte Angst und zu wenig Vertrauen in seinen Vater im Himmel. Deshalb wollte er fliehen. Einfach abhauen.

Aber Jona machte sich auf und floh vor dem HERRN und wollte gen Tharsis und kam hinab gen Japho. Und da er ein Schiff fand, das gen Tharsis wollte fahren, gab er Fährgeld und trat hinein, dass er mit ihnen gen Tharsis führe vor dem HERRN.
(Jona 1, 3)




2) Aber….

Aber dann kommt auf der Schifffahrt ein Sturm auf! Riesengroße Wellen bedrängen das Schiff und die Mannschaft bekommt Angst und fragt sich warum dieser Sturm jetzt aufkommen muss. Sie beten zu ihren verschiedenen Göttern, aber keiner hilft und schließlich finden sie noch heraus, dass der Sturm wegen Jona aufkam.

Weil er vor Gott fliehen wollte.

Da ist es kein Wunder, dass die Mannschaft sauer wurde. Nachdem aber Jona eingesehen hatte, dass der Sturm seine Schuld war, bot er an, dass sie ihn ins Meer werfen würden. Dann würde der Sturm Ruhe geben.

Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Warum hast du denn solches getan? denn sie wussten, dass er vor dem HERRN floh; denn er hatte es ihnen gesagt. Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, dass uns das Meer still werde? Denn das Meer fuhr ungestüm. Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird euch das Meer still werden. Denn ich weiß, dass solch groß Ungewitter über euch kommt um meinetwillen.
(Jona 1, 10-12)


Doch nachdem sie Jona ins mehr Meer geworfen hatten, hörte der Sturm aber wirklich auf!
Und nicht nur das: Die Mannschaft hatte gesehen wie mächtig der Gott Jonas ist und so fingen sie auch an ihn anzubeten.

Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer; das stand das Meer still von seinem Wüten. Und die Leute fürchteten den HERR sehr und taten dem HERRN Opfer und Gelübde.
(Jona 1, 15+16)



3) Gott hat Jona zurückgeholt, und uns?

Gott war gar nicht erfreut davon, dass Jona einfach abhauen wollte. Und nicht nur das: er hat ihn zurückgeholt, er hat ihn nit einfach gehen gelassen.

Jona hat bevor er den Auftrag bekommen hat nach Ninive zu gehen zu Gott gehört und tut es immer noch. Gott will Jona gebrauchen, er braucht ihn. Und jeder andere Weg, der diesem Auftrag aus dem Weg gehen will, kann nur schief gehen.

Aber wie ist das denn bei uns? Unser Vater im Himmel hat mit jedem von uns einen Plan, hat für jeden von uns einen Auftrag. Ob dieser Auftrag jetzt heißt, werde Missionar oder gründe eine Gemeinde oder mach Musik für Gott oder werd Zahnarzt und hilf in deiner Gemeinde mit. Das ist ganz egal.

Aber er kennt uns durch und durch und weiß für was wir begabt sind und wofür er uns benutzen kann.
Dadurch, dass wir Christen sind gehören wir genauso wie Jona zu Gott und sollten den Weg gehen, den er für uns hat. Auch wenn der vielleicht manchmal steinig wird, wie Xavier Naidoo in seinem Lied „Dieser Weg“ so schön sagt.

Aber wir gehören zu Gott und sollen auf ihn hören und nicht abhauen. Er passt schon auf uns auf 

Dazu finde ich den Psalm 139 echt passend:


HERR, Du erforschest mich und kennest mich.

Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wissest.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch; ich kann sie nicht begreifen.
Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht?

Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.

Spräche ich: Finsternis möge mich decken! so muss die Nacht auch Licht um mich sein.

Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht.

(Psalm 139, 1-12)

Ich glaube vor allem Vers 9 hat Jona sehr deutlich gemerkt: selbst „am äußersten Meer“ ist Gott immer noch bei ihm. Egal wohin er flieht, Gott weiß wo er ist.

Und genauso ist es bei uns auch. Wir können vor unseren Aufgaben, die unser Vater im Himmel uns stellt abhauen, aber verstecken können wir uns nicht.
Egal wohin wir fliehen – Gott weiß wo wir sind.
Selbst wenn wir uns bei den Toten betten würden, wäre er immer noch da, selbst in der Finsternis.

Egal wohin wir fliehen, egal was für einen Mist wir machen um Gott „loszuwerden“, er passt trotzdem immer noch auf uns auf und verlässt uns nit.
Weil wir zu ihm gehören.



4) Das Ende von Jona?

Wenn man sich jetzt aber Jona anguckt, der ins Meer geworfen wurde, klingt das gar nicht so, als ob Gott auf ihn aufpasst… eher als wollte er ihn töten.
Aber: Falsch gedacht!
Gott schickt einen großen Fisch, der Jona verschlingt ohne ihn zu töten:

Und Jahwe bestellte einen großen Fisch, um Jona zu verschlingen; und Jona war im Bauche des Fisches drei Tage und drei Nächte. (Jona 2, 1)

Da fing Jona dann an sich Gedanken zu machen… über sich, seinen Auftrag und Gott. Aber er war nicht sauer auf Gott, nein er dankte ihm, dass er ihn gerettet hat, obwohl er vor ihm fliehen wollte.

Ich finde das toll! Ich glaube ich würde länger brauchen bis ich meinen Fehler eingesehen hätte… Ich wäre viel zu Stolz dafür, würde mich darauf berufen, dass ich ja ein freier Mensch bin und tun und lassen kann was ich will…

Aber so ganz stimmt das ja auch nicht. Ich bin Christ und damit gehört mein Leben nicht mir, sondern meinem Vater im Himmel.
Meine Oma hat mir mal einen Spruch aus der Zeitung ausgeschnitten, der hieß „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“ und genauso ist es mit jedem einzelnen Christen denke ich auch.

Wenn Gott für uns einen Auftrag hat, können wir uns darüber freuen und auf ihn hören.
Er kennt uns doch und weiß genau wo unsere Stärken und Schwächen liegen (siehe Psalm 139) und da er uns liebt, können wir auch die Sicherheit haben, dass er uns nit ins offene Messer rennen lässt.

Bonhoeffer sagte mal, dass Jesus uns keinen Weg zumuten würde, den er nicht selbst gegangen wäre (und mit uns geht).
Das finde ich ziemlich Mut machend.



5) Das Ende vom Lied

Wenn ihr euch noch an das Lied ganz vom Anfang erinnert (oder nachlest), wird euch vermutlich nicht aufgefallen sein, dass noch eine Strophe fehlt.

Aber es fehlt noch die allerwichtigste Strophe:

Lass dich ändern und erneuern
wirf den Ballast über Bord
Gottes Liebe hält dich sicher!
Er will dir liebevoll verzeih’n!!


Ich finde das deshalb dich wichtigste Strophe, weil sie sagt, dass wir immer neu anfangen können. Wenn wir einmal weggerannt sind oder vielleicht auch 1.000-mal, ist das egal.
Wir können uns immer ändern und vom heiligen Geist erneuern lassen.
Und Angst brauchen wir auch nicht zu haben, weil unser Vater im Himmel uns liebt und diese Liebe stärker ist als alles andere (siehe Römer 8, 38+39).
Er verzeiht uns

Auch Jona hat er verziehen. Der Fisch spuckte ihn aus und Jona ging nach Ninive, predigte dort und die Leute taten Buße. Daraufhin verschonte Gott Ninive und Jona verstand gar nix mehr und fand Gott nur noch inkonsequent.
Auch als Gott für Jona eine Staude wachsen ließ, beschwerte Jona sich nur, dass sie nach ein paar Tagen vertrocknete, nachdem Jona sie nicht gegossen hatte.

Jona ist mir persönlich ziemlich sympathisch. Er ist keiner, dem Gott bescheid sagt und der dann gleich alles richtig macht. Nein, er hat zuerst ab, versteht Gottes Liebe nicht und kann nur rummeckern.
Genauso wie wir Christen heute oft sind…

Nobody is perfect. Das ist ein viel genutzter, aber wahrer Spruch.
Wenn wir uns ändern wollen und vom heiligen Geist erneuern lassen, heißt das nit, dass von heute auf morgen alles anders ist. Ändern ist immer ein langsamer Prozess. Aber das ist auch gar nicht schlimm
Jona hat sich immer mal wieder bei Gott beschwert, der hat ihm erklärt warum er z.B. die Menschen in Ninive verschont hat (weil sie Buße getan haben) und Jona lernt seinen Gott so immer besser kennen.

Und genauso ist es bei uns auch. Wir werden immer wieder Fehler machen, immer wieder Gott nicht verstehen, aber das ist nicht schlimm.
Hauptsache wir kommen voran, fliehen immer seltener und wollen uns ändern und erneuern lassen.



6) Zu guter Letzt…

Zu guter Letzt dieses mal einfach nur ein Gebet. Ein Gebet für uns alle. Vielleicht magst du ja auch mal beten

Vater im Himmel, ich bitte dich für uns, dass du uns hilfst den Mut zu haben und dir zu vertrauen. Du kennst uns besser als jeder andere und weißt genau was du uns zumuten kannst und was nicht. Du kennst unsere Stärken und Schwächen und hast dafür einen Weg für uns, der perfekt für uns ist. Hilf uns die zu vertrauen und schenk uns den Mut auf dich zu hören.
Oft sind wir wie Jona und verstehen dich nicht oder wollen nicht auf dich hören oder meckern nur rum statt zu danken.
Bitte mach uns sensibel für dich, für deine Nähe und deine Liebe.

Amen



So, ich hoffe der Text ist ok so  Auch schon mal Entschuldigung, dass er erst so spät kommt. Ich war vorher auf Freizeit.

Danke an die, die meine Texte lesen.

Liebe Grüße, viel Segen euch!
eure Christin

------------------------------------
Hauptbibelstelle: Jona 1+2
Übersetzungen: Luther, Elberfelder
Text für Juli auf myblog.de/momoko4jc
Geschrieben: von Christin Rockenbach am 28.07.2006
On gestellt: 28.07.2006
Verschickt: 28.07.2006
Werbung